Stationärer Klinikaufenthalt während meiner Ausbildung

Stationärer Klinikaufenthalt während meiner Ausbildung

fairywonderland 28.11.2025 18:24
Schlagwörter:
Beitrag des Themenerstellers:

Hallo ihr Lieben :)


ich hätte ein Anliegen, was leider relativ akut ist, und wo ich die Entscheidung jetzt relativ schnell fällen muss.


Seit einiger Zeit geht es mir richtig schlecht, und ich merke einfach, dass es mir jeden Tag nur schlechter geht. Das sind allerdings eher Themen für die Mailberatung, weshalb ich die auch dort besprechen werde. Jedenfalls hatte ich gestern in der Berufsschule gestern ein Krisengespräch mit meiner Sozialpädagogin und der Schulpsychologin. Ursprünglich sollte es allerdings eher darum gehen, wie die Schulpsychologin mir besser helfen kann, da ich das Gefühl hatte, dass sie alles zu positiv angeht, und mit mir nicht über meine Probleme spricht.


In meiner Nachricht, die ich ihr mit der Bitte für das Gespräch geschrieben habe, hatte ich auch das Thema Klinikaufenthalt angerissen, und dass ich aber eben dort nicht hingehen kann, wegen der Arbeit. In dem Gespräch dann gestern hat sie mich ENDLICH mal ernst genommen, und mir ganz klare Fragen zu meinem aktuellen psychischen Zustand gestellt. Das hatte sie davor nie getan, weshalb es mich auch überfordert hatte, weil ich davor das Gefühl hatte 0% ernst genommen zu werden, und dann gestern auf einmal 100 %. Auf einmal drehte sich das ganze Gespräch nur noch um das Thema Klinik, und die haben beim psychischen Krisendienst, und mehreren Kliniken angerufen. Und ich wurde auch etwas irgendwie unter Druck gesetzt.. Ich sollte dann sagen, ob ich denke, dass ich es noch bis nächste Woche schaffe, oder ob sie jetzt jemanden anrufen sollen. Da ich nicht wusste, ob ich es ohne Unterstützung schaffe, habe ich dann irgendwann nach einem Hin- und Her gesagt, dass sie jetzt jemanden anrufen sollen.


Ich habe mich einfach extrem unter Druck gesetzt gefühlt ehrlich gesagt. Ich denke leider, dass die beiden ziemlich überfordert mit mir sind, und mich einfach abspeisen wollten, wenn man das so sagen kann. Ich denke, dass die das mit der Klinik als eine Exit Strategie ansehen.. Jetzt sind die halt raus, und haben die Verantwortung abgelegt. Na schön.


Jedenfalls haben die dann eine Klinik erreicht, und ohne, dass ich mir die Klinik wenigstens online mal ansehen hätte können, mich da einfach telefonisch eingewiesen. Ich habe da jetzt einen Wartelistenplatz. So wie es für mich aussieht, ist das eine akute Klinik mit allen möglichen Störungsbildern gemischt, wo man relativ schnell medikamentös eingestellt wird, und anscheinend nur 1 x die Woche Gesprächstherapie hat. Ich möchte da eigentlich nicht hin.. Ich habe gesagt, dass ich eigentlich in eine Klinik möchte, die für meine Altersklasse ausgerichtet ist. Die Schulpsych. hatte gar keinen Bock mehr, und meinte das würde es nicht geben, also außer eine, die sie aber nicht erreichen konnten. Ich habe heute recherchiert, und habe eine Klinik gefunden, die explizit auf meine Symptome ausgerichtet ist, und auch eine Station für junge Erwachsene hat. Da möchte ich eigentlich eher hin. Aber ich würde jetzt mal so einschätzen, dass die Wartezeit auf einen stationären geplanten Platz länger ist, oder?

Das, wo ich laut denen in der Schule hinsoll, ist glaub eine Akutklinik, und da hieß es, dass es sehr schnell gehen kann, dass ich da hin kann.


Ich habe mir jetzt schon mehrere Meinungen eingeholt: Sozialpädagogin, Schulpsychologin, einer Lehrerin der ich sehr vertraue, meine Mutter und mein Hausarzt. Alle außer meine Mutter sind überzeugt davon, dass ein Klinikaufenthalt jetzt der richtige nächste Schritt ist.


Ich fühle mich jetzt aber sehr unter Druck gesetzt.. Ich möchte schon sehr gerne in eine Klinik, aber an der Entscheidung für meine Gesundheit oder für meine Arbeit hängt sehr viel. Ich habe mich gestern Abend getraut, mit meiner Mutter darüber zu sprechen, das war die erste große Hürde. Ich habe aber nun einige Fragen hier fürs Forum mitgebracht, die geklärt werden müssen. Von mir wird erwartet, dass ich möglichst schnell eine Entscheidung treffe, da diese Klinik mich jederzeit anrufen kann, und dann muss ich zwei Tage später dort antanzen:


  1. Ist ein Akutaufenthalt auf einer ,,gemischten" Station (dafür weniger Wartezeit) sinnvoller, oder sollte ich warten, bis ich zu einer Klinik kann, wo viele in meinem Alter sind, und die auf meine Probleme spezialisiert ist?
  2. Wie sage ich es meinem Chef? Meine aktuelle Lösung wäre, dass ich es ihm gar nicht sage.. Mein Chef ist ein Tyrann, und ich kann es einfach nicht sagen. Ich würde dann sobald ich in der Klinik bin, sagen dass ich eben im Krankenhaus bin. Die können das dann auch glaub mit ihm regeln.
  3. Wenn ich jetzt bspw. 8 Wochen in der Klinik bin sind das 40 Krankheitstage + 16 bereits bestehende Krankheitstage, heißt insgesamt 56 Tage dann. In 3 Jahren Ausbildung ist die Obergrenze 60 Krankheitstage.
  4. Ich bin aktuell im zweiten Jahr meiner Ausbildung. Es kann sein, dass ich nach dem Klinikaufenthalt die Ausbildung abbrechen muss. Die Frage ist, ob sich das lohnt. Die zwei Jahre, die ich jetzt bereits gekämpft habe, wären dann halt für die Katz.
  5. Hat mein Chef Möglichkeiten mich zu kündigen, oder kann er mir danach das Leben zur Hölle machen.. Ich traue ihm alles zu, und dass er alles tun wird, um mich irgendwie rauszuekeln
  6. Habe ich danach eine Chance noch eine Ausbildung zu machen (es wäre dann jetzt meine zweite Ausbildung, die ich abbrechen muss..), oder bin ich dann Bürgergeldempfängerin? Das möchte ich auf keinen Fall. Gibt es andere Möglichkeiten, die ich gehen kann, um einen vernünftigen Berufsschulabschluss zu bekommen? Bei einer erneuten dualen Ausbildung im ,,ganz normalen" System quasi sehe ich ehrlich gesagt keine Chance für mich. Ich hatte schon solche Schwierigkeiten, diesen Ausbildungsplatz zu finden
  7. Gibt es Stellen, die mich bei meiner Entscheidungsfindung unterstützen können? Zur SozPäd und zur Schulpsych möchte ich jetzt erstmal nicht mehr gehen. Die warten nur darauf, dass ich denen schreibe, dass ich den Klinikplatz habe, und ich glaube, die wollen auch nicht mit mir weiterarbeiten, und sind genervt von mir. Ich möchte auch nicht mehr zu denen gehen.


Ich merke, dass ich diese Entscheidung irgendwie nicht alleine treffen kann. Egal wie meine Entscheidung ausgeht, wird es schwerwiegende Folgen haben. Entscheide ich mich, für meine Gesundheit einzustehen, kann es sein, dass ich meine Ausbildung verliere.. Entscheide ich mich jedoch für die Ausbildung, und weiter zu machen, breche ich irgendwann zusammen, und kann nicht mehr. Laut meinem Arzt werde ich dann irgendwann gleich viele Krankheitstage haben, wie als wäre ich in der Klinik gewesen, wenn ich einfach nicht mehr kann.. Über allem steht die Frage: Gesundheit oder Arbeit??? Ich bin restlos überfordert mit der Entscheidung..


Ich würde eigentlich so gerne mit meiner MB darüber reden, und das werde ich auch tun, aber gerade kann es eben jederzeit so sein, dass der Anruf aus der Klinik kommt, und dann stehe ich am Ende ohne Entscheidung da.. Ich muss mich entscheiden.


Ich würde mich sehr über eine Beantwortung meiner Fragen freuen, aber auch sehr über Erfahrungsberichte, und allgemein, was würdet ihr in meiner Situation tun?


Liebe Grüße


Fairy